Flüsse in Frankreich

Die 10 wichtigsten Flüsse in Frankreich

Wenn du Frankreich besuchst, wirst du schnell feststellen, dass dieses Land nicht nur viele Küstenregionen hat, sondern auch von unzähligen Flüssen durchzogen wird.

Die größten unter ihnen entspringen dem Zentralmassiv, einem Gebirge in der Mitte des südlichen Frankreichs.

Sie münden in das Mittelmeer, den Atlantik, den Ärmelkanal oder verbinden das Land mit seinen Nachbarländern wie Deutschland, Luxemburg und der Schweiz.

Durch den Zusammenfluss mit anderen Flüssen Frankreichs und den Bau zahlreicher Kanäle wurde die Schiffbarkeit der französischen Flüsse erhöht, sodass der Industrie eine große Zahl an Transportwegen auf dem Wasser zur Verfügung steht.

Wasserkraftwerke ermöglichen die Produktion von Strom, Schleusen und Dämme regulieren den Wasserstand.

Doch vor allem haben Frankreichs Flüsse vielseitige Natur- und Kulturlandschaften geschaffen, die sich zu entdecken lohnen.

Die 10 wichtigsten Flüsse in Frankreich

Loire

Der längste Fluss Frankreichs ist die Loire. Mit ihren 1.006 Kilometern übertrifft sie sogar den Rhein.

Der Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich ist zwar knappe 230 Kilometer länger, verläuft aber nur 185 Kilometer davon auf französischem Staatsgebiet.

Mit dem Zusammenfluss dreier Quellen beginnt die Loire ihren Lauf im Naturpark Monts d’Ardèche im Zentralmassiv und mündet in der Nähe von Saint-Nazaire in den Atlantik.

Auf ihrer Reise führt sie durch Burgund, Centre und dem Pays de la Loire. Unterwegs begegnen ihr über 400 Burgen und Schlösser.

Dieser weltweit einzigartigen Dichte an historischen Bauten und jahrhundertealter Kulturlandschaft verdankt das Loire-Tal seinen Status als UNESCO-Weltkulturerbe.

Wirtschaftlich genutzt wird der Fluss in vier Kernkraftwerken zur Abkühlung der Reaktoren. In den Ballungszentren entlang ihres Ufers gibt es zahlreiche Industriegebiete, die die Kraft der Loire und ihre Transportmöglichkeiten nutzen.

Von ihrer Mündung ist sie bis Nantes befahrbar – teils durch schiffbare Kanäle. Andere Flussabschnitte dienen hauptsächlich der Fischerei und dem Tourismus.

Die Loire in Blois

Rhône

Die Rhône entspringt im schweizerischen Kanton Wallis am Fuß des Rhône-Gletschers auf einer Höhe von 2.208 m über dem Meeresspiegel.

Nachdem sie aus den Alpen etwa 1.800 Höhenmeter abwärts geflossen ist, durchfließt sie den Genfer See und beginnt ihre Reise Richtung Mittelmeer.

Durch die Einmündung von 13 Nebenflüssen wird sie zum wasserreichsten Strom Frankreichs.

Ab Lyon, der größten Stadt an ihrem Ufer und dem dortigen Zufluss der Saône ist die Rhône schiffbar. Von nun an gehört sie zum System des Canal de Bourgogne, einer Wasserstraße, die ins Mittelmeer führt.

Ein weiterer Kanal, der Rhein-Rhône-Kanal ist heute wichtigster Wasserweg vom Mittelmeer bis Nordwesteuropa.

Das Rhônetal zwischen Lyon und dem Mittelmeer dient – dank seiner hervorragenden klimatischen Bedingungen – vor allem dem Anbau von Obst und Wein.

Bei Arles bildet der Strom ein Mündungsdelta aus zwei Armen, der kleinen und der großen Rhône. Bevor beide in das Mittelmeer münden, erstreckt sich zwischen ihnen die Camargue.

Sie ist besonders für ihre farbenfrohe Tierwelt bekannt: weiße Pferde, schwarze Stiere und pinke Flamingos.

Entlang des Rhône-Radwegs kannst du Frankreichs wasserreichsten Fluss und seine vielfältigen Landschaften kennenlernen.

Pont d'Avignon an der Rhone

Saône

Die Saône entspringt im Osten Frankreichs, westlich der Vogesen und mündet nach 473 Kilometern bei Lyon in die Rhône.

Bis dahin fließt sie durch prächtige Orte wie Chalon-sur-Saône, Macon und Villefranche-sur-Saône. Auf Flusskreuzfahrten erkundest du den Lauf der Saône und die Städte und Weinbaugebiete an ihrem Ufer.

Nach der Mündung ihres größten Nebenflusses, des Doubs und fünf weiterer Knaäle in der Region Saône-Loire wird sie zum Rückgrat des französischen Wasserstraßennetzes.

Lyon an der Saone

Dore

Die Dore beginnt ihren Lauf in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Nach rund 140 Kilometer mündet sie in die Allier, deren wichtigster Nebenfluss sie ist.

Die mittelalterliche Brücke Pont du Diable (Teufelsbrücke) überspannt die Dore bei Olliergues und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Dore in Saint-Gervais-sous-Meymont

Seine

Die Seine entspringt nordwestlich von Dijon. Ihr Weg führt sie über rund 775 Kilometer von Ost nach West, wo sie bei Le Havre im Ärmelkanal mündet.

Sie ist damit der drittlängste Fluss Frankreichs.

Dank ihrer Schiffbarkeit auf 550 Kilometern Strecke und ihrer Verbindung über Kanäle zu Schelde, Maas, Rhein, Saône und Loire versorgt sie große Städte wie Paris, Rouen, Vernon, Troyes und Le Havre mit Waren.

Verschiedene Industrien und Kraftwerke zur Energiegewinnung siedeln an ihren Ufern.

Die beiden wichtigsten Binnenhäfen Frankreichs befinden sich ebenfalls an der Seine in Paris und Rouen.

Insgesamt 19 Inseln liegen in ihrem Flussbett, drei davon mitten in der Hauptstadt. Von Paris bis zu ihrer Mündung führt die Seine an unzähligen Burgen, Klöster, Brücken und Schlösser vorbei.

Übrigens: das Seineufer in Paris wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Nach 1850 hat sich die Seine von einem stark mit Abwässern verschmutzten Fluss zum Lebensraum von bis zu 35 Fischarten entwickelt.

In ihrem Mündungsgebiet befinden sich rund 8500 Hektar als Vogelschutzgebiet ausgewiesene Schilfgebiete, Dünen, Feuchtwiesen und Sandbänke.

Paris an der Seine

Garonne

Die Garonne entspringt in den spanischen Pyrenäen und setzt ihren Weg bereits nach einigen Kilometern auf französischen Boden fort.

Sie durchquert mit einer Länge von 529 Kilometern den Südwesten des Landes und große Städte wie Toulouse und Bordeaux.

Von Bordeaux bis zu ihrer Mündung ist der Fluss schiffbar und bildet einen wichtigen Verbindungsweg zum Atlantik.

Nach Bordeaux vereinigt sich die Garonne mit der Dordogne zu einem Ästuar, einem Mündungsbereich zum Meer, der von Ebbe und Flut beeinflusst wird und den Übergang von Süß- zu Salzwasser bildet.

Nur wenige, hoch spezialisierte Pflanzen- und Tierarten können in einer solchen Brackwasserzone überleben. Aus diesem Grund steht der Mündungsbereich der beiden Flüsse unter Naturschutz.

Bordeaux an der Garonne

Ardèche

Die Ardèche entspringt im Naturpark Monts d’Ardéche.

Zwar beträgt ihre Länge nur 125 Kilometer, doch die Landschaft, durch die sie sich ihren Weg geschnitten hat, ist beeindruckend.

In ihrem Unterlauf haben sich die eindrucksvollen Schluchten, die Gorges de l’Ardéche und das natürliche Felsentor Pont d’Arc gebildet und ziehen unzählige Touristen an.

Sie gehört vor allem bei Campingurlaubern und Kanufahrern zu den beliebtesten Flüssen Frankreichs und genießt einen abenteuerlichen Ruf.

Bei Pont-Saint-Esprit fließt sie in die Rhône und ergänzt somit den wasserreichsten Fluss Frankreichs.

Kanufahren auf der Ardeche

Maas

Die Maas (auf Französisch Meuse) entspringt auf dem Plateau von Langres im französischem Departement Haute-Marne.

Als längster Nebenfluss des Rheins durchfließt sie Frankreich, Belgien und die Niederlande auf 874 Kilometern. Dort mündet sie in den südlichen Hauptstrom des Rhein-Maas-Deltas, das Hollands Diep.

Bekannte Städte an ihren Ufern sind Verdun, Sedan, Lüttich, Maastricht.

Um sie schiffbar zu machen, wurde sie in Frankreich unter dem Namen Canal de la Meuse kanalisiert.

Mehrere Kanäle wie der Canal des Ardennes, der Canal de la Marne au Rhin und der Canal des Vosges verbinden den Fluss westwärts mit Paris, ostwärts mit der Mosel und auf Höhe von Straßburg mit dem Rhein.

Die Maas

Lot

Der Lot entspringt am Mont Lozere im Zentralmassiv und mündet nach 485 Kilometern in die Garonne.

Er ist ein stark mäandrierender Fluss, sein Verlauf enthält zahlreiche Flussschlingen.

Die ersten baulichen Veränderungen wurden schon im 16. Jahrhundert vorgenommen. Es entstanden mit Schleusen versehen Stauwehre, um damit Mühlen anzutreiben.

Im 19. Jahrhundert gehörte wurde auch der Lot als Wasserstraße ausgebaut. Außerdem entstanden drei Schiffstunnel zur Verkürzung der Flussschlingen.

Nach dem Ersten Weltkrieg endete die Schifffahrt auf dem Lot und viele Schleusen verfielen. Inzwischen sind einige Abschnitte jedoch wieder für die Sport- und Freizeitschifffahrt nutzbar.

Port Valentre am Lot

Mosel

Die Mosel (auf Französisch Moselle) ist mit einer Strecke von 544 Kilometern der zweitlängste Nebenfluss des Rheins.

Ihr Name bedeutet „kleine Maas“. Sie entsteht in den Vogesen und mündet in Koblenz in den Rhein.

Nach Thionville bildet sie die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland. Von Koblenz über Thionville bis Metz ist die Mosel schiffbar.

Wenn du gern Fahrrad fährst, empfehlen wir dir den Mosel-Radweg. Da er sehr flach ist, ist er auch hervorragend für Familien geeignet.

Auf ihrem Weg passiert die Mosel zahlreiche Weinanbau- und Winzergebiete, Winzerdörfer und Weinstädtchen.

Größere Städte an ihrem Ufer, wie Metz in Frankreich oder Trier in Deutschland sind ebenfalls eine Reise wert.

Liverdun an der Mosel

Alle Infos über Flüsse in Frankreich

Wie viele Flüsse gibt es in Frankreich?

Durch Frankreich fließen insgesamt mehr als 2.000 Flüsse.

Welcher ist der längste Fluss in Frankreich

Mit 1.006 km ist die Loire der längste Fluss auf französischem Gebiet.

Der insgesamt längste Fluss, der durch Frankreich fließt, ist jedoch der Rhein mit 1.233 km. Er legt allerdings nur 185 km auf französischem Gebiet zurück.

Wohin fließen die Flüsse in Frankreich?

Frankreichs Flüsse münden in das Mittelmeer, den Atlantik, den Ärmelkanal oder die Nordsee.

Welche französischen Flüsse fließen nach Deutschland?

Die bekanntesten Flüsse, die aus Frankreich nach Deutschland fließen, sind die Maas und die Mosel. Der Rhein fließt auch nach Deutschland, verläuft aber nie komplett in Frankreich, sondern, bildet stets die Grenze zwischen den beiden Ländern.