Flüsse in Österreich

Die 10 wichtigsten Flüsse in Österreich

Wo Berge sind, da gibt es auch Flüsse – gespeist von unterirdischen Quellen und der Schneeschmelze im Frühling.

Mächtige Gewässer mit wilden Stromschnellen, die durch Täler rauschen und die Ufer überschwemmen, ehrfürchtige Zuschauer locken und mit ihrer Kraft Stromkraftwerke antreiben.

Österreich ist die Heimat vieler, namhafter Ströme, die das Land über die Jahrhunderte geformt haben.

Hier erfährst du, welches die 10 wichtigsten Flüsse Österreichs sind, was sie ausmacht und welche Bedeutung sie für Mensch und Umwelt haben.

Die 10 wichtigsten Flüsse in Österreich

Ybbs

Die Ybbs ist mit 138 km der kürzeste Fluss unserer Liste. Sie entspringt den Alpen auf einer Höhe von 1.350 m und schlängelt sich durch abgelegene Landschaften, bis sie schließlich in der gleichnamigen Stadt in die Donau mündet.

Beliebt ist der Fluss vor allem bei Fischern und Anglern, da er auf seinem Weg kaum verunreinigt wird und durch viel unberührte Natur führt. Besonders die Regenbogenforelle kann in der Ybbs häufig gefischt werden.

Doch auch die Stadt an seiner Mündung hat vieles zu bieten: schmale Kopfsteinpflastergassen, gemütliche Plätze zum Eis essen, urige Unterkünfte und jede Menge Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie machen Ybbs an der Donau zu einem schönen Ausflugsziel.

Ybbs an der Donau und der Ybbs

Kamp

Der Name dieses 153 km langen Flusses geht zurück auf die keltische Bedeutung „krumm“ – durchaus nachvollziehbar, wenn man sich ihren Verlauf auf der Karte ansieht.

Die Kamp mündet in der Gemeinde Kirchberg am Wagram ebenfalls in die Donau.

Zwiespältige Berühmtheit erlangte der Strom durch ein umstrittenes Stromkraftwerk, das in den 1950er Jahren einen bis heute andauernden Streit zwischen Tourismus und Energiegewinnung auslöste.

Heute geht es jedoch weniger um den Tourismus, als viel mehr um den Umwelt- und Artenschutz am Fluss.

Die Kamp bei Schloss Ottenstein

Traun

Ihr Ursprung klingt ein wenig gruselig, denn die Quelle der Traun liegt in der Gemeinde Grundlsee im Toten Gebirge.

Von hier aus überwindet sie bis zu ihrer Mündung in die Donau im Gemeindegebiet Linz ganze 153 km.

Ihr Wasser wird durch viele Gletscher gespeist, wodurch sie, vor allem im Oberlauf, hervorragende Bedingungen zum Tauchen bietet. Besonders beliebt sind die Höhlengewässer, die von der Traun gespeist werden.

Durch viele Fabriken entlang ihrer Ufer war die Wasserqualität der Traun lange Zeit sehr schlecht. In den letzten Jahren hat sich der Fluss jedoch erholt und kann nun ohne Bedenken als Freizeitgewässer genutzt werden.

Traun und Traunsee

Salzach

Die Salzach entspringt in den Kitzbüheler Alpen und durchquert das gesamte Salzburger Land, bevor sie schließlich in den Inn mündet.

Mit einer Länge von 225 km ist sie einer der größten und längsten Alpenflüsse. Wie ihr Name übrigens bereits vermuten lässt, wurde auf dem Fluss bis ins 19. Jahrhundert viel Salz transportiert.

Heute ist Salzburg die größte Stadt an der Salzach, die mitten durch die Stadt hindurchfließt. Ganze 13 Brücken gibt es hier, die den Strom überspannen.

Die Ufer der Salzach sind geprägt von Wasserkraftwerken und Regulierungen. Die ersten Versuche das Wasser mit Steinmauern und Holzwänden zu bändigen stammen gar aus dem Mittelalter.

Besonders gut lässt sich die abwechslungsreiche Landschaft der Salzach auf dem Tauernradweg erkunden, der vom Nationalpark Hohe Tauern bis nach Passau führt.

Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann von Laufen aus am Ufer der Salzach wandern.

Die Salzach in Salzburg

Lech

Auch der Lech verbindet Österreich und Deutschland. Im Vorarlberg entspringend, strömt er 256 km gen Norden durch Tirol und Oberbayern und mündet schließlich bei Marxheim in die Donau.

90 km seiner Reise legt er in Österreich zurück. Die größten Städte an seinem Ufer liegen daher bei in Deutschland: Landsberg und Augsburg.

Ein beliebtes Ausflugsziel am Lech ist der 12 m hohe Lechfall in Füssen. Ein künstlicher Wasserfall, der genauer genommen ein Stauwehr in einer engen Klamm ist und Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde.

Dennoch lockt hier vor allem die Natur viele Besucher. Trotz der starken Nutzung durch Kraftwerke und Begradigungen, finden sich entlang der Ufer des Lech viele Naturschutzgebiete und sehenswerte Flusslandschaften.

Wer gerne Rad fährt, kann das ausgezeichnete Radverkehrsnetz nutzen, oder zu Fuß den Lechweg erkunden.

Im alpinen Gelände kann der lech auch mit Kanus oder anderen kleinen Booten befahren werden. Stellenweise ist sogar Rafting möglich.

Der Lech im Allgäu

Enns

Dieser 254 km lange Fluss entspringt auf 1.750 m im Salzburger Land und bildet die Grenze zwischen Nieder- und Oberösterreich.

Die Enns ist ein typischer Wildwasserfluss aus den Alpen, wird mittlerweile aber vor allem von den 17 Kraftwerken geprägt, die seine Energie zur Stromgerzeugung nutzen.

Bekannt ist der Nationalpark Gesäuse und das Ennstal – wer Lust auf Abenteuer hat, für den ist Flusswandern auf der Enns ein Geheimtipp!

Aber auch Angler kommen auf der Enns voll auf ihre Kosten.

Die Enns in St. Michael

Drau

Die Drau gehört zu den größeren Kalibern der Flüsse in Österreich.

Sie verläuft zwar nur 261 km auf östereichischem Boden, ist insgesamt aber stolze 749 km lang.

Sie ist damit der viertgrößte Nebenfluss der Donau, mit der sie sich in Kroatien verbindet.

Ihre lange Reise beginnt im italienischen Südtirol, von wo sie sich durch Tirol, die Steiermark, Kärnten und Kroatien schlängelt.

Wie an vielen großen Flüssen gibt es auch entlang der Drau einen Uferradweg, auf dem du ihrem Lauf folgen kannst.

Die Drau in Ptuj

Inn

Mit seinen 517 km, von denen 280 in Österreich verlaufen, gehört der Inn zu den längeren Flüssen des Landes.

Als Grenzfluss zwischen Deutschland und Österreich fließt er nach Passau, wo er sich in einem prächtigen Farbenspiel mit der Donau vereint.

Seine türkisgrüne Farbe erhält der Inn von den Schneefeldern, die ihn speisen. Zunächst scheint er sogar das dunkle Blau der Donau zu verdrängen.

Aus der Schweiz kommend, ist der Inn einer der größten Alpenflüsse – fast zwei Drittel seines Weges verlaufen in den Bergen.

Der Inn in Schärding

Mur

Mit 348 km auf österreichischem Boden ist die Mur der zweitlängste Fluss der Republik. Insgesamt zählt sie 453 km.

Auf über 2000 m. ü. A. entspringt die Mur im Nationalpark Hohe Tauern, durchquert die Steiermark und Slowenien und bildet schließlich die Grenze zwischen Kroatien und Ungarn.

In der Kroatischen Grenzstadt Legrad mündet sie schließlich in die Drau.

Beliebt ist die Mur vor allem bei Surfern. Nahe Graz wurden nämlich spezielle Steine in das Flussbett eingesetzt, die bei günstigem Wasserstand stehende Wellen erzeugen, auf denen gesurft oder gepaddelt werden kann.

Festung an der Mur

Donau

Sie ist der längst Fluss Österreichs: die Donau.

Stolze 2.857 km misst sie von ihrer Quelle im Schwarzwald bis zur Mündung ins Schwarze Meer und ist damit – nach der Wolga – der zweitlängste Fluss Europas.

Ganze 350 km ihres Weges legt sie auf österreichischem Boden zurück und ist damit der längste Fluss des Landes.

Auf ihrem Weg durchquert sie zehn Länder, dient mehrfach als Grenzfluss und erduldet unzählige Wasserkraftwerke und Begradigungen.

Wer mag, kann zwischen Passau und Wien Europas beliebtesten Fernradweg entlang des Donauufers befahren.

Er führst entlang der landschaftlich sehr beeindruckenden Wachau, durch Obstanbaugebiete und Weinberge.

Beeindruckens ist auch die Schlögener Schlinge, eine fast kreisrunde Kurve, die der Fluss in die Hügel gegraben hat.

Neben Passau und Wien durchfließt die Donau noch viele weitere, geschichtsträchtige Städte wie Bratislava und Budapest.

Linz an der Donau

Alle Infos über Flüsse in Österreich

Wie viele Flüsse gibt es in Österreich?

Durch Österreich fließen rund 300 Flüsse und Bäche.

Welcher ist der längste Fluss in Österreich?

Mit einer Länge von 2.857 km, von denen sie 350 km auf österreichischem Boden zurücklegt, ist die Donau der längste Fluss des Landes.

Wohin fließen die Flüsse in Österreich?

Die meisten – und größten – Flüsse des Landes münden in die Donau und fließen mit ihr ins Schwarze Meer. Einige kleinere Flüsse münden in den Rhein und die Elbe und fließen somit in die Nordsee.

Welche österreichischen Flüsse fließen nach Deutschland?

Die größten Flüsse, die Österreich mit Deutschland verbinden sind der Inn und der Lech.