Flüsse in Tschechien

Die 10 wichtigsten Flüsse in Tschechien

Tschechiens Flüsse schlängeln sich sanft durch prächtige Metropolen, gigantische Industriestädte und malerische Dörfer.

In der wildromantischen Natur des Landes werden sie bisweilen zu reißenden Strömen voller Urkraft.

Der längste Fluss des Landes – die Moldau – prägte nicht nur seine Landschaft über die Jahrhunderte, sondern beeinflusste auch Kunst und Kultur.

Tschechien gehört zwar nicht zu den wasserreichsten Ländern, doch Flüsse gehören hier fest zum geografischen Erscheinungsbild.

Über 100 Flüsse durchfließen das Land – von mächtigen Strömen bis hin zu idyllischen, kleinen Wildbächen, die vor allem Naturliebhaber anziehen.

Wir zeigen dir hier die 10 wichtigsten Flüsse in Tschechien.

Die 10 wichtigsten Flüsse in Tschechien

Moldau

Flüsse von mehreren hundert Kilometern sind in Tschechien selten, der mit Abstand längste Fluss ist die Moldau oder auch Vltava, wie sie in der Landessprache genannt wird.

Auf einer Länge von 430 km fließt sie vom Böhmerwald bis nach Mělník, wo sie in die Elbe mündet.

Ihre beiden Quellflüsse, die Warme und die Kalte Moldau entspringen im Böhmerwald und im Bayrischen Wald.

Am Moor Mrtvý luh vereinen sie sich zur Moldau, die den Komponisten Bedřich Smetana zu seinem berühmtesten, gleichnamigen Werk inspirierte.

Das “Böhmische Meer” – wie die Moldau auch gerne genannt wird – dient neben ihrer touristischen Nutzung hauptsächlich als Lieferant für Wasserkraft.

Zahlreiche Stauseen wurden seit 1936 errichtet, die auch als Moldau-Kaskade bekannt sind.

In Prag schlängelt sich die Moldau mitten durch die historische Altstadt der Landeshauptstadt mit ihren eindrucksvollen Bauten, die sie maßgeblich prägt.

Die Moldau in Prag

Elbe

Der zweitlängste Fluss Tschechiens ist die Labe, wie die Elbe in der Landessprache heißt.

Sie gehört zu den wichtigsten Flüssen in Tschechien und entspringt im Riesengebirge nahe dem Städtchen Špindlerův Mlýn.

Von dort setzt sie ihre Reise fort, bis sie nach rund 370 km die deutsche Grenze erreicht und schließlich nach 1.094 km bei Cuxhaven in die Nordsee mündet.

In ihrem Ursprungsgebiet bahnt sie sich ihren Weg durch zahlreiche Bergkämme und überwindet große Höhenunterschiede.

Etwa einen Kilometer nach ihrer Quelle stürzt sie spektakulär als Wasserfall in den Elbkessel hinab.

Die Elbe durchfließt zahlreiche Naturschutzgebiete, und war lange Zeit durch den Fischfang ein wichtiger Nahrungslieferant.

Ihre Bedeutung als Transportweg sowie die Industrialisierung verschlechterten ihre Wasserqualität jedoch zunehmend, sodass die Fischerei schließlich eingestellt wurde.

Heute spielt der Fluss vor allem im Tourismus und als Transportweg eine wichtige Rolle.

Elbe und Moldau bei Melnik

March

Die March ist der Hauptfluss der tschechischen Provinz Mähren, nach der sie auch benannt ist: Morava.

Ihre Quelle befindet sich im Glatzer Schneegebirge unweit des Dreiländerecks Polen-Böhmen-Mähren.

Sie ist ein Nebenfluss der Donau und Grenzfluss zwischen der Slowakei und Tschechien, sowie Österreich.

Die einzige tschechische Großstadt, die von der March durchflossen wird, ist Olomouc.

Nach insgesamt 358 km mündet die March schließlich bei Bratislava in die Donau.

March Lagune in Tschechien

Thaya

Die Thaya oder auch Dyje, wie sie in Tschechien genannt wird, ist ein Nebenfluss der March und verläuft zum großen Teil im Grenzgebiet zwischen Österreich und Tschechien.

Ihre beiden Quellflüssen, von denen einer in Österreich entspringt und der andere in Tschechien, vereinen sich im niederösterreichischen Raabs.

Von dort aus schlängelt sich die Thaya, tief eingegraben in die Landschaft, durch das Grenzgebiet, bis sie schließlich bei Hohenau in Österreich in die March mündet.

Entlang den Ufern der Thaya befinden sich jede Menge historische Burgen und Schlösser, die bei Touristen sehr beliebt sind.

Die Thaya in Mähren

Iser

Die Iser – in Tschechien heißt sie Jizera – hat ihre Quelle im nach ihr benannten Isergebirge, von wo aus sie sich über 164 km erstreckt und schließlich bei Lázně Toušeň in die Elbe mündet.

Das Einzugsgebiet der Iser erstreckt sich über 2.193 km² und sie wird auf ihrem Weg durch zahlreiche Nebenflüsse ergänzt.

Die Iser im Isergebirge

Eger

Die Eger gehört zum Flusssystem der Elbe, in die sie bei Litoměřice mündet.

Zuvor fließt sie auf 316 km von ihrem Ursprung nahe Weißenstadt im Fichtelgebirge durch Nordböhmen.

Auf ihrem Weg passiert sie die Städte Cheb und Karlovy Vary, sowie mehrere Talsperren bei Cheb, Kadaň und Nechranice.

Die Eger in Böhmen

Jihlava

Die Jihlava gehört mit ihren 184 km ebenfalls zu den längsten Flüssen Tschechiens.

Auf dem Weg von ihrer Quelle westlich von Jihlávka bis zu ihrer Mündung in die Svratka bei Ivaň passiert sie einige wenige größere Städte, wie Jihlava und Třebíč und durchfließt die beiden Stauseen Dalešice und Mohelno.

Die Jihlava in Trebic

Oder

Die Odra – so ihr tschechischer Name – gehört mit ihren 866 km zu den zwanzig längsten Flüsse Europas.

Sie entspringt in Tschechien im mährischen Odergebirge in einer Höhe von 634 m ü NN.

Von dort fließt sie rund 130 km in Richtung Schlesien, bis sie schließlich bei der Einmündung ihres Nebenflusses Olsa die Grenze zu Polen überquert. Im Stettiner Haff mündet sie schließlich in die Ostsee.

Neben der Nutzung als Wasserstraße hat sie vor allem eine große Bedeutung für die Umwelt.

Sie fließt auf ihrem Weg durch zahlreiche Nationalparks, Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzparks.

1966 wurde die “Internationale Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung gegründet”, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Schadstoffbelastung des Flusses zu verringern und neuerlicher Belastung vorzubeugen, die Ökosysteme zu schützen und das Hochwasserrisiko zu senken.

Die Oder in Wroclaw

Doubrava

Die Doubrava entspringt dem Hochmoor von Radostín, welches relativ zentral in Tschechien in einem Urstromtal nahe der Saarer Berge gelegen ist auf einer Höhe von 622 m über dem Meeresspiegel.

Sie fließt vorwiegend durch unberührte Landschaft, größere Städte liegen nicht an ihren Ufern.

Lediglich bei Pařížov gibt es eine Talsperre.

Nach 89 km mündet die Doubrava schließlich bei Týnec nad Labem in die Elbe.

Ronov an der Doubrava

Mettau

Ein weiterer Nebenfluss der Elbe ist die Mettau – Metuje auf Tschechisch. Ihre Quelle liegt in der Nähe von Hodkovice an der Adršpašsko-Teplické skály, einer Gruppierung von Sandsteinfelsen im Naturschutzgebiet Broumovská vrchovina.

Teilweise bahnt sie sich ihren Weg durch raue, felsige Gebirgslandschaften oder Täler wie das Peklo-Tal unweit von Náchod bis sie schließlich nach 79 km bei Jaroměř in die Elbe mündet.

Die Mettau aus der Luft

Alle Infos über Flüsse in Tschechien

Wie viele Flüsse gibt es in Tschechien?

In Tschechien gibt es rund 150 Flüsse, die sich durch die Republik schlängeln.

Welcher ist der längste Fluss in Tschechien?

Der längste Fluss innerhalb von Tschechien ist die Moldau (Vltava) mit 430 Kilometern Länge, die vom Böhmerwald nach Mělník fließt.

Die größte Gesamtlänge hat jedoch die Elbe, in die die Moldau bei Mělník mündet. Auf 1.094 km fließt sie vom tschechischen Riesengebirge bis in die Nordsee.

Wohin fließen die Flüsse in Tschechien?

Die Tschechischen Flüsse fließen entweder über die Elbe in die Nordsee, über die Oder in die Ostsee oder über die March in die Donau und mit ihr ins Schwarze Meer.

Wieso heißt die Elbe nicht Moldau?

Die Moldau ist bei ihrer Mündung in die Elbe 430 Kilometer lang, die Elbe allerdings nur 279 Kilometer. Rein geologisch betrachtet müsste die Elbe ab hier also Moldau heißen, da der größere Quellfluss den Namen bestimmt.

Wieso die Elbe dennoch als Elbe weiterfließt ist nicht zweifelsfrei bekannt, vermutlich ist es jedoch auf einen historischen Irrtum zurückzuführen.