Surfen

Flusssurfen – Surfen auf stehenden Wellen

Auch wenn es für viele vielleicht komisch klingen mag, aber man kann durchaus auch auf einem Fluss Surfen.

Surfen ist ja eigentlich eine Wassersportart, die wir vor allem mit dem Meer verbinden – Wellenreiten vor der Küste von Bali, im Atlantik oder sogar in der Nordsee.

Doch auch einige Flüsse eignen sich überraschend gut zum Wellenreiten.

Wir zeigen dir, wo du dich mit einem Board in die Wellen stürzen kannst, ohne dafür weit fahren oder fliegen zu müssen.

Wellenreiten auf dem Fluss

Wenn du glaubst, dass du Tausende Kilometer zurücklegen musst, um Wellenreiten zu können, liegst du falsch.

Es gibt auch im Landesinneren verschiedene Möglichkeiten zu Surfen. Die Rede ist vom FlusssurfenWellenreiten fernab vom Meer.

Aber wie funktioniert das Flusssurfen überhaupt?

Die Voraussetzung für das Flusssurfen bildet der Hydraulik Jump.

Stell es dir einfach so vor: stark strömendes Wasser trifft auf stehendes Wasser, wodurch eine Wasserwalze erzeugt wird. Ist zusätzlich auch noch eine Rampe oder ein anderes Hindernis vorhanden, wird aus der Wasserwalze eine stehende Welle.

Sicherlich hast du schon einmal Surfer im Meer beobachtet, oder? Beim Surfen oder Windsurfen auf dem Meer kommen die Wellen von hinten auf den Surfer zu.

Beim Surfen auf dem Fluss verhält es sich genau umgekehrt: die Welle rollt von vorne auf den Surfer zu. Auch der Wellengang ist meist anders.

Während sich im Meer unregelmäßige Wellen bilden, sind die künstlich erzeugten Wellen beim Surfen auf dem Fluss stets gleich.

Möchtest du das Riversurfen selbst einmal ausprobieren, solltest du auch ein geeignetes Brett auswählen.

Als Anfänger ist es durchaus sinnvoll, erst einmal ein Board zu leihen. Lass dich hierbei unbedingt kompetent beraten, die Voraussetzungen fürs Surfen auf dem Fluss sind schließlich etwas andere als auf dem Meer.

Solltest du dir ein eigenes Board kaufen, denk bitte daran, dass je nach Gegend die Bretter schneller kaputtgehen können. Das liegt daran, dass sie beim Flusssurfen häufiger an Steinen entlangschrammen können als beispielsweise auf dem Meer.

Flusssurfen auf dem Eisbach

Kann man auf dem Fluss auch Windsurfen?

Grundsätzlich handelt es sich beim Windsurfen um eine komplett andere Sportart als beim Wellenreiten – die Bretter sind oft länger und schwerer.

Auf einigen Flüssen ist es durchaus möglich – bei den richtigen Wetterbedingungen – zu Windsurfen. Beispielsweise auf dem Rhein.

Stürze gehören beim Surfen dazu. Im Fluss ist es allerdings wichtig, dass du immer darauf achtest nicht zu tief in das Wasser zu stürzen.

Im Meer sind die Bedingungen anders: du kannst dich einfach fallen lassen und läufst selten Gefahr, dich ernsthaft zu verletzen.

Beim Riversurfen sieht das jedoch komplett anders aus: unter der Oberfläche befinden sich oft Steine oder andere Hindernisse, an denen du dich verletzen kannst.

Achte außerdem auch immer auf die Strömung. In Flüssen, die sich zum Wellenreiten oder Windsurfen eignen herrscht oft eine sehr starke Strömung.

Du solltest daher – vor allem als Anfänger – nie allein auf den Fluss gehen. Am besten du hast immer einen Partner dabei, der dir im Notfall helfen kann.

Windsurfen auf dem Rhein

Surfen auf deutschen Flüssen

In Deutschland liegt der absolute Hotspot für das Riversurfen in München. Neben der legendären stehenden Welle im Eisbach gibt es noch die Floßlände und die Reichenbachwelle in der näheren Umgebung.

Der Eisbach ist eine Ableitung der Isar. Er befindet sich in der Nähe des Englischen Gartens im München und hat bereits internationale Bekanntheit erlangt.

Allerdings sollten sich aufgrund der starken Strömung nur erfahrene Surfer auf den Eisbach wagen.

In Nürnberg kannst du ebenfalls surfen – auf der Pegnitz. Allerdings nur bei Hochwasser, da der Fluss sonst nicht ausreichend Wasser führt.

Auch in anderen Bundesländern gibt es viele Möglichkeiten zu Surfen – der Rhein eignet sich in Nordrhein-Westfalen beispielsweise gut zum Windsurfen.

Auf künstlichen Wellen surfen

Surfen auf europäischen Flüssen

Flusssurfen in Europa ist außerhalb von Deutschland vor allem in Österreich und in der Schweiz möglich.

In Österreich zieht die Almwelle in Salzburg jährlich erfahrene Surfer an. Es handelt sich bei den Wellen allerdings nicht um stehende Wellen, weshalb du Erfahrungen im Surfen oder Windsurfen mitbringen solltest.

Die Surfwelle strömt ca. 150 m stromabwärts und kann – wie andere Wellen auch – für ungeübte Surfer zu einer unberechenbaren Gefahr werden.

Auch die Mur in Graz wird häufig von Surfern erobert. Hier wird schon seit längerer Zeit an einem Konzept gearbeitet, um eine künstliche Flusswelle wie auf dem Eisbach zu erschaffen.

Die Rodeowelle Silz auf dem Inn in Österreich eignet sich nicht nur für Surfer, sondern auch für Paddler.

Solltest du hier Surfen wollen, musst du auf die richtige Wassermenge achten. Ist der Wasserstand zu niedrig oder zu hoch, kannst du dir schwere Verletzungen zuziehen.

In der Schweiz kannst du an der Thuner Mühlenschleuse auf der Aare Surfen.

Durch das Schleusentor können sich sowohl die Strömung als auch die Stärke der Welle verändern und teilweise sehr hohe Wellen entstehen.

Allerdings musst du auch hier besonders gut aufpassen, weil im Wasser große Felsbrocken liegen und du nicht tief eintauchen darfst.

Das Besondere an diesem Ort ist, dass die Wellen an der Schleuse von selbst entstehen – ohne künstliche Unterstützung.

Ebenfalls gut geeignet zum Surfen ist die Reuss in Bremgarten. Nach einem starken Regen solltest du dich allerdings lieber von diesem Fluss fernhalten.

Flusssurfen - Surfen auf stehenden Wellen

Es ist erstaunlich, an wie vielen Orten in Deutschland oder Europa Riversurfen oder Windsurfen auf dem Fluss möglich ist.

Als Einsteiger auf diesem Gebiet raten wir dir von stark strömenden Gewässer wie den Eisbach ab.

Auch in München oder der näheren Umgebung gibt es Gebiete, die sich für Anfänger besser eignen.

Wenn du erst einmal ein wenig üben möchtest, bevor du dich auf den Fluss wagst, kannst du das in der Jochen Schweizer Arena in München. Hier kannst du in kleinen Gruppen und mit professionellen Lehrern in das Surfen hineinschnuppern.